24
Jan
2012

Alkoholismus

Vor etwa einer Woche startete ich eine Wirklichkeitsoffensive. Weg von der Virtualität, hinein ins Leben! Ich rief Lara an und fragte sie ob wir nicht etwas unternehmen können. Wir trafen uns in Düsseldorf in der Altstadt und gingen zu einer Diskothek. Bis in die frühen Morgenstunden tanzten wir. Lara ist ziemlich genial, was das Tanzen angeht. Ich komme mir dagegen wie ein dicker Seehund vor, der versucht zu tanzen. Sieht bestimmt lustig aus, wenn man 112kg in Tanzbewegung umsetzt! Aber es kommt auf den Versuch an. Mollige tanzende Männer sind eine wahre Rarität und ich bin gern eine Rarität. Gegen 6 Uhr verließen wir die Disko. Ich stieg mit Lara in die S-Bahn ein. Dann entdeckten wir eine hilflose Person, der zwischen den Sitzen auf dem Boden saß. Lara hat ein ziemlich großes Herz für hilflose Gestalten. Mein geübter Blick sah schon, dass es ein alkoholisierter Mann über 50 war. Sie fragte ihn, ob sie ihm helfen könnte, und er brabbelte wie ein Baby. Irgendwann musste Lara aussteigen, da sie auf dem Weg zu ihrem Freund war. Dann entdeckte ein anderer junger Mann seine Helfer-Syndrom-Qualitäten. Er quasselte ständig auf den Besoffenen ein, ob man ihm helfen könnte. Keiner von uns konnte seine Baby-Sprache verstehen. Hardcore-Alkoholiker versteht man nur, wenn man selbst besoffen ist. Das ist die universelle Esperanto-Sprache, die alle Kulturen und alle Menschen verbindet. Der Helfer-Syndrom-Mann fragte ihn, ob er einen neurologischen Ausfall hätte. Ich antwortete etwas süffisant, dass er eine ganz bestimmte Krankheit hätte. Der Alkoholiker antwortete, mit klarer Stimme, "Alkoholismus!" Das war schon echt krass. Der erste Moment wo er klar war. Danach brabbelte er wieder wie ein hilfloses Baby. Wir hievten das hilflose Baby auf den Sitz. Er war so schwer wie ein naßer Sack. Der junge Mann, der freiwilligen Dienst beim Roten Kreuz machte, rief einen Krankenwagen. Am Hauptbahnhof stieg ich aus und die Sanitäter holten den Alkoholiker ab. Ich empfand die ganze Zeit Ekel, Wut, wie man sich so gehen lassen kann, und Mitgefühl. Alkoholismus ist auch in meiner Familie ein verbreitetes Übel. Manche Menschen können das Leben mit klarem Sinn nicht leben und flüchten in eine (Alp)traumwelt. Meine Fluchtwelt war das Internet.


Kontakt: deprifrei @web.de

http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei

Eine Sehnenscheideentzündung ist eine wahre Empathierakete

Eine Sehnenscheideentzündung ist eine wahre Empathierakete. Sobald man vom Orthopäden eine Gipsschiene verpasst bekommt, leuchtet die eigene Erkrankung wie Lichtreklame in der Dunkelheit. Selbst in der Disko kann man damit problemlos anbändeln, da sofort eine Schnecke fragt, was man denn gemacht hat. Wenn ich erzähle, dass ich von zuviel Facebooken das bekommen habe, lächeln oder lachen viele wohlwollend. Auch an anderen Orten, zum Beispiel bei einem Studententreff, ist eine Gipsschiene ein prima kommunikativer Einstieg. Das ist so ähnlich, wie die Frage, "Hast du Feuer?" Mit der Zeit erfährt man, dass auch viele andere diese Erkrankung durchgemacht haben. Manche hatten es mehrere Wochen, bis zu einem halben oder einem Jahr. Leider gehöre ich langsam zu den Hardcore-Sehnenscheide-Entzündlern. Seit drei Monaten versuche ich, mich vom Internet fernzuhalten, was mir immer öfters gelingt. Zwei Wochen ohne Internetten habe ich schon geschafft. Für einen Suchti wie mich ist das schon ein Erfolg. Wenn man andere Leidensgenossen trifft, kann man sich prima Tipps holen, und ich treffe viele offene empathiefähige Herzen. Es tut einfach gut, dass andere diesen Schmerz ernstnehmen und meinen Umschulungsabbruch mitbedauern.

Dagegen ist eine Depression ein wahrer Empathie-Rohrkrepierer. Kaum jemand erkundigt sich, wie eine Depression sich entwickelt hat, und von Mitgefühl und Empathie ist kaum etwas zu merken. Was ich auch gemerkt habe, ist, dass bei einer Sehnenscheideentzündung nicht nach der Schuld gefragt wird, obwohl ich einiges dafür getan habe, dass es mir so geht, wie es mir geht. Bei Depressionen wird einem schnell die Schuld in die Schuhe geschoben. Diese Erfahrung ist natürlich sehr belastend, und hilft nicht bei einer Gesundung. Ich denke, durch eine Gipsschiene wird mein Leid sichtbar, während sie bei einer Depression unsichtbar bleibt. Auch muss ich sagen, dass Schwermut nicht wirklich sexy ist. So eine Entzündung, wie ich sie habe, ist dagegen eine wirklich attraktive Frau. Jeder will diese Frau kennenlernen und mit ihr sprechen. Vor der schwarzen Dame flüchtet dagegen fast jeder. Zur Zeit genieße ich sehr den sekundären Krankheitsgewinn meiner Sehnenscheideentzündung. Leider war dies in meiner depressiven Zeit nicht möglich. Ich habe einen großen Nachholbedarf an Streicheleinheiten, die ich durch meine Krankheit gewonnen habe!


Kontakt: deprifrei @ web.de


http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei

13
Jan
2012

Ein Bildschirm ist ziemlich kalt...

Wie ich gerade mitbekommen habe, haben wir heute Freitag den 13. Allerdings ist mir noch keine schwarze Katze über den Weg gelaufen und ich sehe den Tag als einen ganz stinknormalen Tag wie jeden anderen an. Heute habe ich der Frau L. ein bisschen bei ihrer Mineraliensammlung geholfen. Früher waren diese Steine ziemlich viel wert und ihr Mann, der im Dezember starb, hatte sie gesammelt. Morgen soll ein Experte vorbei kommen, der diese Sammlung begutachten soll. Es sind wirklich sehr schöne Stücke dabei, aber momentan ist der Markt für diese Art von Sammlung nicht geschaffen. Bestimmt ist es auch nicht einfach, sich von solchen Dingen zu trennen, und es wäre natürlich schön, wenn die Steine einen Preis hätten, wo die Trennung einfacher fällt. Im Moment ist Frau L. sehr traurig und sie will zu ihrer Tochter nach Hamburg ziehen. Im Februar wird die Sperrmüllabfuhr kommen, und bis dahin müssen wir die Wohnung entrümpeln. Frau L. hat auch wie ich das Chaos-Gen, was zu einer großen Ansammlung geführt hat. Zum Glück hat mich meine Mutter in den letzten Jahren vor größeren Ansammlungen bewahrt, indem sie mit mir alle Jubeljahre wieder Säcke von Müll rausgetragen hat. Vor zwei Wochen habe ich mit meiner Mutter sechs Stunden meine Wohnung aufgeräumt. Komischerweise an dem Tag lief alles ziemlich gut zwischen uns und es gab weniger Sprüche wie, "Man, wie sieht es bei dir denn aus!" Am Ende lobte mich meine Mutter sogar, dass ich so fleißig war. Normalerweise hat sie so eine Meckermentalität. 99mal meckern, einmal loben. Allerdings hat meine Mutter auch eine Neigung zur Depressivität und solche Menschen strotzen nicht gerade vor positiven Sprüchen.
Gerade sitze ich mit Frau L. an meinem Blog und sie tippt für mich stellvertretend. Ich habe immer noch Probleme mit der Hand und der Schulter. Die letzte Zeit habe ich mich warm gebadet und geduscht, damit die Durchblutung gefördert wird und die Entzündung zurückgeht. Auch habe ich eine Wärmelampe genutzt, die mir freundlicherweise ein Buddhist zur Verfügung stellte. Ich trage eine Bandage an meinem Handgelenk, die meine Muskeln stützt. Zum Glück ist meine Hand schon auf dem Weg der Besserung, die Schulter ist leider noch sehr krank. In der letzten Zeit hatte ich einige Internet-Rückfälle. Das bedeutet, dass ich viel länger im Internet war, als es mir guttat. Zehn Minuten Surfen schadet nicht so sehr, aber oft bin ich eine halbe Stunde oder mehrere Stunden drin. Ich bin eindeutig süchtig und ich merke, dass die Internetcafés auf mich eine magnetische Wirkung haben. Wenn man sich einredet, dass man nur 10 Minuten surft, ist das so ähnlich, wie der Ex-Raucher, der sich einredet, eine Zigarette schadet ja nicht. So hat meine Mutter letztes Jahr mit ihrer Sucht wieder angefangen. Ich bin schon sehr gespannt wie stark ich in der nächsten Zeit bin, was meine Konsumgewohnheiten mit dem Internet angehen. Das Internet ist für mich wie eine schöne Frau, von der man schwer die Finger lassen kann. Auch wenn man weiß, dass diese schöne Frau einen aussaugt. Der Schmerz, den ich durch diese Sehnenscheideentzündung erfahren habe, hat mich gezwungen, mehr auf mein eigenes reales Leben zu schauen. Und mein reales Leben hat ziemlich viele Baustellen. Ich habe mich angemeldet für einen Chor und ich gehe auch weiterhin zu dem christlichen Studententreff, und ich merke, dass die Realität heilsam wirkt. Natürlich führt weniger Surfen auch zu einer Auseinandersetzung mit den eigenen Sehnsüchten. Das Single-Dasein schmerzt wie nie, aber mir ist auch bewusst, dass ich die Traumfrau nur in der Realität küssen kann. Ein Bildschirm ist ziemlich kalt ...

Kontakt: deprifrei @web.de

http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei

7
Jan
2012

Wünsche an 2012. Und was hilft gegen eine Sehnenscheidentzündung?? Brauche dringend Tipps und Hilfe!

Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes und gesundes Neues Jahr!
Meine Gesundheit wegen der Sehnenscheidentzündung lässt zu wünschen übrig, vorallem die Schulter leidet. Mein Orthopäde nimmt sich kaum Zeit und verschreibt nur Tabletten. (Ich komme mir als Patient wie eine Milchkuh vor, die nur Gewinn generieren kann, wenn der Arzt mich schnell loswird. )Wer will kann mir gerne Tipps geben die bei der Heilung der Entzündungsherde helfen könnten. Schreibt mir bitte 'ne Email oder schreibt dazu ein Kommentar unter meinem Text. Auch über Facebook könnt ihr mich kontaktieren. Das größte Problem ist immer noch die Schulter, die bei längerer Belastung stärker schmerzt. Für meine Umschulung muss ich ja gesund werden. 2012 soll für mich ein Jahr des Sieges werden!

Kontakt: deprifrei@web.de

http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei

22
Dez
2011

Jens Söring Blog lesenswert!

http://www.jenssoering.de/blog/view/1467/b69___unverbesserlich__teil_1

Aus seiner Homepage: Jens Soering ist ein seit 1986 zu Unrecht inhaftierter Schriftsteller. Der U.S.-Bundesstaat Virginia laesst ihn nicht in seine deutsche Heimat zurueckkehren - trotz entlastender DNS-Tests, trotz neuem Zeugen. Lediglich die politische Instrumentalisierung seines Falls verhindert seine Freiheit.

Ich finde seine wöchentlichen Blogeinträge sehr lesenswert, wo er aus seinen Gefängnisalltag, aber auch auf die politische und gesellschaftliche Bedeutung der Gefängnisindustrie in den USA eingeht. Ich mag seinen schwarzen tragisch-komischen Humor und ich finde es toll, dass er mit der Sprache Widerstand gegen seine unrechtmässige Inhaftierung leistet. Ich würde mich freuen, wenn man ihn unterstützt, entsprechende Informationen wie man das macht findet man auf seiner Facebook-Seite oder auf seiner Homepage.
Man kann Jens Söring auch in Facebook unter http://www.facebook.com/pages/Jens-S%C3%B6ring/169914233037073 finden

http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei


Kontakt: deprifrei @web.de

Bitte Petition für mehr Psychotherapie unterschreiben!

Aus https://www.facebook.com/DeutscheDepressionsLiga: "Derzeit läuft eine Petition im Bundestag, die fordert, nötige Verhältniszahlen von Psychotherapeuten je Einwohner neu zu berechnen. Wenn in den nächsten 2 Wochen 50 000 Menschen Online mitzeichnen, muss sich der Bundestag mit diesem Thema beschäftigen - möglicherweise ist das ein entscheidener Schritt zur Reduktion der Wartezeiten auf Psychotherapie. Falls ihr mitmachen möchtet müsst ihr euch zunächst registrieren."
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3Bsa%3Ddetails%3Bpetition%3D21194

https://www.facebook.com/deprifrei
https://twitter.com/#!/Deprifrei

Kontakt: deprifrei @web.de

18
Nov
2011

Auszeit

Danke noch für einige sehr liebenswerte Kommentare auf meine Texte. Ich kann die kommenden Wochen wegen einer Sehnenscheidentzündung in Hand und Schulter nichts neues schreiben. Ich war heute beim Orthopäden und trage eine Gipsschiene. Die Entzündungen sind unter anderen durch Fehlhaltungen und meine Internetsucht begünstigt wurden. Ich habe viele Monate keine Rücksicht auf meine Gesundheit genommen, da ich das bloggen und facebooken liebe, aber jetzt ist mir klar geworden, dass ich wichtiger bin.
Ich wünschen allen viel Gesundheit und ein gutes Jahresende.

Kontakt: deprifrei @web.de

http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei

29
Okt
2011

Zwei Bücher über die Psychowelt gekauft

Gestern habe ich zwei Bücher gekauft. Das eine heisst "Robert Enke. Ein allzu kurzes Leben" v. Ronald Reng und thematisiert den Selbstmord des Nationaltorhüters, der durch seine Depressionen in den Selbstmord getrieben wurde. Und das heiter humorvolle Buch von Manfred Lütz mit den Titel "IRRE! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen." Hat jemand diese Bücher gelesen? Wie fand er die?

http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei

Kontakt: deprifrei @web.de

28
Okt
2011

Gaddafi und ich

http://www.rp-online.de/politik/ausland/Die-letzten-Wochen-von-Muammar-al-Gaddafi_aid_1028944.html

In der Rheinischen Post lese ich, dass Muammar-al-Gaddafi die letzen Wochen seines Lebens unter Depressionen litt.Wie jeder meiner Leser weiss leide ich auch an dieser heimtückischen Krankheit, was ja schon mal eine Gemeinsamkeit ist. Ob Gaddafi auch über Antidepressiva verfügte? Konnte er während die Nato-Bomben in Sirte fielen, einen Psychiater aufsuchen? Und warum wurde er dann nicht in die Geschlossene eingewiesen? Er glaubte anscheinend auch bis zuletzt, dass das Volk ihn liebt. Zumindest weiss ich, dass das Volk mich nicht liebt, sonst wäre ich nicht so ein einsamer depressiver Mann.
Wie ich liebte er sich Tee zu kochen und spannende Bücher zu lesen, vielleicht auch eine Ausgabe von "Mein Kampf" von Adolf Hitler. Hitler hatte das Glück gehabt bis zum bitteren Ende von seinem Volk geliebt zu werden. Nicht jeder Diktator kann dieses Glück teilen, manche werden auch von einer Revolution getötet oder davongejagt.
Gaddafi bekam sicher auch Depressionen, da er auf seine Annehmlichkeiten verzichten musste. Alle vier Tage musste er sein Versteck in Sirte wechseln. Er wurde gejagd. Wahrscheinlich waren seine vollbusigen blonden bulgarischen Krankenschwestern die sich rührend um sein Geschlechtsteil kümmerten längst ins Ausland geflohen. Im Unterschied zu Hitler floh seine Frau nach Algerien. Hitlers Frau brachte sich mit ihm um. Auch dieses romantische Ende blieb ihm verwehrt, stattdessen wurde er von einer wütenden revolutionären Menge gemeuchelt. So ein Ende hätte ich selbst ihm nicht gewünscht. Er hätte nach Den Haag zum Kriegsverbrechertribunal gehört. Auch Hitler hatte am Ende seines Lebens wie Gaddafi unter Depressionen und Wutanfälle gelitten. So eine psychische Erkrankung kann schon sehr stark verbinden. Da kocht sogar bei mir das Mitgefühl hoch, denn ich weiss wie tot man sich in so einer Lage fühlt. Der Tod ist da nur die logische Konsequenz. 15 Prozent aller Schwerst-Depressiven begehen Selbstmord. Diesen Mut fehlte wohl Gaddafi. Es ist doch besser, wenn andere den Drecksjob machen und einen dann eine Kugel verpassen. Hitler erschoss sich selbst. Er betrieb aktive Sterbehilfe, Gaddafi hingegen passive. Ob er Im Bett auch eher passiv war?

http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei

Kontakt: deprifrei @web.de

25
Okt
2011

Warum ich weniger blogge

Mir gehts soweit ganz gut, bis auf meine Hand- und Schulterschmerzen, die ich durch das viele tippen in die PC-Tastatur bekommen habe. Dank meiner Schmerzen beim tippen durfte ich feststellen, dass das Leben die beste Droge ist und nicht meine Fluchtwelt Internet. Dank meiner Internetabstinenz ist auch die Sehnsucht nach Frauen zu 80 Prozent eingebrochen. Singlebörsen im Internet haben nach meiner Erfahrung sehr negative Folgen auf eine Männer-Psyche. Diese Sucherei im Netz hat bei mir zwanghafte Züge angenommen und auch mein Selbstwertgefühl demoliert.
Obwohl man scheinbar Zugriff auf unendlich viele Singlefrauen hat, ist dies nur eine Illusion. Es kommt sehr selten was hinten bei raus.
Nächste Woche habe ich ein Termin beim Orthopäden. Ich hoffe, dass ich dann schmerzfrei leben kann.
Sobald es mir wieder besser geht, will ich auch wieder mehr bloggen.
Ich wünsche allen eine positive Zeit, auch wenn das Wetter jetzt wieder schlechter wird und die Jahreszeit dunkler wird. Ich weiss, dass jetzt wieder die Zeit der Winter-Depressionen gekommen ist. Aber dagegen kann auch eine Lichttherapie helfen, die den Sommer künstlich simuliert.


http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei



Kontakt: deprifrei @web.de

6
Okt
2011

Viele Psychos leiden am Helfersyndrom

Ich habe mir Gedanken gemacht, warum viele Psychos ein ausgeprägten Helferssyndrom haben. Manche Psychos sind hochsensible Menschen die z. B. Gefühle anderer Menschen sehr gut erspüren können. Sie sind idealistisch veranlagt und träumen von einer besseren Welt. Aber diese Welt ist oft dunkel und voller Energievampire.
Ich habe ja schon von meinen ersten Begegnung mit einem Energievampir in Gestalt meines Vaters erzählt. Weil Hochsensible so ein ausgeprägtes Gefühlsleben haben sind sie sehr empathisch veranlagt, was für sie nicht unbedingt von Vorteil ist. Wer sich mit dem Leid anderer Menschen identifizieren kann, der kann sich auch schnell gefühlsmässig verausgaben. Als ich den Freund von D. mal fragte, warum ihm das Leid der Menschen in Ostafrika so am Arsch vorbei geht, sagte er mir, dass er nur genug Kohle verdienen muss, um genug kacken zu können. Er ist Dachdecker und nimmt nur sein unmittelbares Leben wahr. Als empathisch veranlagter Mann wie ich kann schnell der Gedanke kommen, dass er sehr egoistisch ist. Andererseits kann man die Frage auch stellen, warum soll ich mit den hungernden Menschen in Ostafrika mitleiden, wenn ich genug eigene Probleme habe? Sollte ich mich nicht auch darauf konzentrieren, genug kacken zu können? Ich muss sagen, dass ich mittlerweile meine Hochsensibilität versuche zurückzufahren, weil sie mir nicht unbedingt soviele Vorteile im Leben gebracht hat. Wenn Krieg in Lybien ist, dann habe ich keine schlaflosen Nächte mehr wie früher beim Bosnien-Krieg. Ich schaue mir solche Ereignisse neutraler an, auch wenn mein Gefühlsleben auch nicht ganz von diesen Ereignissen vor unserer Haustüre Europas unberührt bleibt.
Ich habe mir oft Gedanken gemacht, warum es diese verfluchte Krankheit Depression gibt. Ich glaube, dass Depressionen einen sagen wollen, dass man nicht mit allen Menschen mitfühlen sollte, da es einen sonst überfordert. Diese Stoffwechselkrankheit ist das Gegenteil von Empathie, da es das Mitgefühl sehr runterschraubt. Bei einer sehr ausgeprägten Depression sind die Gefühle fast tot bis tot. Und Gefühle sind die Vorraussetzung um mit anderen mitzufühlen. Meist werden nicht die empathischsten Menschen Chefs, sondern welche die sich durchzusetzen vermögen. Obwohl man mittlerweile aus Studien weiss, dass empathische Chefs mit Soft Skills viel mehr Gewinne generieren, als der Haudegen alter Schule. Aber die Gesellschaft bevorzugt immer noch gefühlsarme Menschen.
Psychos mit Helferssyndrom bevorzugen soziale Berufe und werden Altenpfleger, Erzieher, Psychologen... und vieles andere in dieser Richtung. Sie haben immer mit menschliches Leid zu tun und wollen die Welt besser machen. Das ist auch einer der Gründe, warum die sozialen Berufe so schlecht bezahlt werden. Idealistische Menschen mit empathischen Psycho-Zügen nehmen sich zurück und verzichten auch mal darauf, dass sie genug Geld zum kacken haben. In vielen Bereichen des Handwerks z. B. als Zerspannungsmechaniker kann man deutlich über 2000 Netto verdienen. Hochspezialisierte Handwerker wissen um ihren Wert, während hochspezialisierte Pflegekräfte immer noch zu wenig Geld verdienen in einem Job in denen ein Fehler der Tod der anderen nach sich ziehen kann. Idealismus und Helferssyndrom-Qualitäten können daher dazu führen, dass ich schnell ausgenutzt werde.
Außerdem eignet sich das Helferssyndrom auch wunderbar dazu eigene innere Konflikte zu überdecken. Ich helfe anderen, damit ich mir selbst nicht helfen muss. Der stupid wirkende Dachdecker hat kapiert, dass er erst sich selbst helfen muss, damit es ihm gut geht und er genug in die Toilette kacken kann.
Wer führt dann das intelligentere Leben?

Kontakt: deprifrei @web.de

http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei

5
Okt
2011

Mein Internet-Burnout und über die Schwierigkeiten eines Lebens als Depressiver

Im Moment habe ich das Gefühl, als hätte ich ein Internet- Burnout. Zur Zeit habe ich wohl wieder eine Entzündung in der Hand und in der Schulter, dass tippen bereitet mir Schmerzen. Was ich auch gemerkt habe, dass die Beschäftigung mit dem Medium Internet mich auch geistig ziemlich ausgebrannt hat. Einige meiner Depri-Facebook-Freunde haben mich dazu nutzen wollen, dass sie ihren Seelenmüll auf mich abladen können. (Einige Zeit funktionierte das auch gut. Eines Tages sagte ich einen auch, dass ich kein Psychologe oder Psychiater bin und er bei professionellen Leuten Hilfe suchen sollte.) Wie es mir geht, hat mich dann kaum einer von diesen Problemzumüll-Chattern gefragt. Natürlich gibt es auch die Chatter die nicht nur nehmen, sondern auch geben. Mittlerweile habe ich auch gelernt mich besser abzugrenzen und mir nicht alle Probleme von Leuten anzuhören, die eh nur um ihre Ich-Psycho-Probleme kreisen. Die Schwierigkeit bei diesen Leuten, die sich nur um sich selbst mit ihren Problemen kreisen ist, dass man ihnen nicht wirklich helfen kann. Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Egal welchen tollen Tipp ich ihnen geben würde, sie würden meine Problemlösungsangebote nicht wahrnehmen. Das ist auch, was einen Kontakt mit einen Depressiven so schwierig und mühsam machen kann, da sie in ihrer dunklen Welt gefangen sind und nicht mehr an die Besserung ihres Zustands glauben.
Ich bin nicht einmal sauer auf die, die mich mit ihren Psychomüll zukacken. Irgendwie neigen manche in einer sehr schwierigen psychischen Situation dazu nur sich selbst zu sehen, da sie mit ihren eigenen psychischen Überleben beschäftigt sind. Viele eher unerfahrende Menschen würden dahinter Egoismus oder Ich-Bezogenheit vermuten, was aber in vielen Fällen nicht stimmt.
Es ist auch nicht leicht als Angehöriger sich vom psychisch Erkrankten nicht auffressen zu lassen. Viele von denen sind wahre Energievampire, die von der gesunden Lebensenergie der psychisch Gesunden naschen wollen. Allerdings geschieht dieser Energievampirismus nicht aus der Absicht Schaden anzurichten, sondern aus einer psychischen Not. Und Energievampire brauchen immer mehr von der kostbaren Energie, da sie diese Energie nicht selbst herstellen können. Irgendwann ist das ganze Umfeld leergesauft und viele bekommen dann selbst eine Depression. Das gleiche ist mit mir und meiner Mutter geschehen. Ich weiss wovon ich spreche. Daher wäre es so wichtig, dass Menschen mit Depressionen schneller professionelle Hilfe bekommen würden. Die Wartezeiten für Kassenpatienten bei Psychologen betragen oft 6-12 Monate. Das Problem bei einer verschleppten psychischen Erkrankung ist, dass sie chronisch werden kann. Das ist genauso wie wenn jemand trotz seiner Erkältung und seiner Bronchitis weiter arbeiten geht und irgendwann die Konsequenzen für seine Arbeitssucht bezahlen muss. Aber im Gegensatz zu einer psychischen Erkrankung werde ich sofort vom Hausarzt behandelt, der psychisch Erkrankte muss viele Monate warten bis er einen Termin beim Psychologen hat. Auch dauert es bis zu 6 Monate einen Termin in einer Tagesklinik zu bekommen. Auch dauert es mitunter viele Monate bis man in einer Kurklinik für Depressionen seine Therapie beginnen kann. Die Budgets der Krankenkassen wurden immer mehr zusammengestrichen, so das eine gute Therapie für Kassenpatienten immer mehr zum Luxus wird. In einer Tagesklinik kann ich beispielsweise maximal nur drei Monate sein, in vielen Fällen wären Behandlungen notwendig die viel länger dauern. Sich aus einer psychischen Krise herauszuarbeiten kann sehr sehr lange dauern. Aber die Zeit wird dem erkrankten nicht mehr gegeben, da nur noch nach Kosteneffizienz gearbeitet wird. (Diese Kosteffiziens-Dikatatur wird mittlerweile in der Arbeitswelt kritisiert die Burnout-Syndrome wie am Fliessband produziert.)
Mein Eindruck ist, dass bei physischen Erkrankungen die Budgets viel größer sind und jemand der ein Beinbruch hat sofort behandelt wird. Der psychisch Erkrankte muss dagegen Wartezeiten in Anspruch nehmen, die unverschämt sind. Immer wieder höre ich den Satz, dass Depressionen gut behandelbar sind, aber nur für die die privat versichert sind oder Millionen auf dem Konto haben. Der Rest bleibt dazu verurteilt depressiv zu bleiben und nichts in die Rentenkasse einzahlen zu können. Da ich zehn Jahre nicht in die Rentenkasse einzahlen konnte, wird die Folge bei mir Altersarmut sein. Und es gibt viele denen es so wie mir ergehen wird. Ist das politischer Wille? Warum haben Psychos keine Lobby? Warum hat aber das unpersönliche Internet in Form der Piratenpartei eine Lobby? Stimmen die Verhältnisse in diesem Land noch?? Sollte wir nicht eine Psycho-Partei gründen, damit wir eine kraftvolle Stimme bekommen? Meine Forderung lautet: Psychos an die Macht! Damit eine menschlichere Gesellschaft entstehen kann.:-)


Kontakt: deprifrei @web.de

http://facebook.com/deprifrei
http://twitter.com/deprifrei
logo

Copyrights bei Deprifrei.Therapie-Depri-Blog.Über das Leben eines jungen Erwachsenen der eine rezidive Depression hat.Mit Meditation Depressionen überwinden.

deprifrei-leben

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Du hast die Ironie nicht...
Du hast die Ironie nicht verstanden. Ich habe wieder...
deprifrei-leben - 25. Jan, 19:13
bei der sehnenscheidenentzündung.. .
bei der sehnenscheidenentzündung kannst du den...
komisch: (Gast) - 24. Jan, 15:54
Alkoholismus
Vor etwa einer Woche startete ich eine Wirklichkeitsoffensive....
deprifrei-leben - 24. Jan, 15:29
Eine Sehnenscheideentzündung...
Eine Sehnenscheideentzündung ist eine wahre Empathierakete....
deprifrei-leben - 24. Jan, 14:34
Ein Bildschirm ist ziemlich...
Wie ich gerade mitbekommen habe, haben wir heute Freitag...
deprifrei-leben - 13. Jan, 16:18
???
Warum rufen die Leute dann da an? Es ist doch ihnem...
Crystal (Gast) - 13. Jan, 01:21
Völlig richtig
Ich bin zufällig auf die Seite geraten. Ich seh...
MarieJolie (Gast) - 12. Jan, 13:04
Hallo Roman :-)
Ein gesundes, frohes, neues Jahr wünsche ich dir....
schlafmuetze - 9. Jan, 21:28
Vorletztes Jahr im Sommer...
Vorletztes Jahr im Sommer hatte ich nach meinem Umzug...
Stellar - 8. Jan, 11:01
Wünsche an 2012....
Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes und...
deprifrei-leben - 7. Jan, 22:13

Diese Links bedeuten mir was:

Web Counter-Modul

Suche

 

Status

Online seit 2112 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 25. Jan, 19:13

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren