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4
Dez
2009

Klingt paradox

Kaum ein Nicht-Depressiver kann sich vorstellen, dass ein Depressiver herzhaft lachen kann, so wie ich.
Diese Kunst beherrsche ich fast immer, außer es geht mir total beschissen.
Das herzhaft Lachen ist der Rettungsring im Depressionsmeer. Vielleicht überspiele ich auch meinen depressiven Zustand, wenn man es negativ formulieren will.

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Internet surfen tut gut

Seit meiner Abreise, war ich fast nicht im Internetcafe. Heute war ich mehrere Stunden im Internet und ich hätte nicht gedacht wie gut einem das Chatten, Mailen und Email lesen tut.
Normalerweise hat viel Internet eher ein negativen Effekt auf mich, da es mich nervös und reitzbar macht.
Aber wenn eine längere Pause da ist, ist lange im Internet surfen was feines.

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Übersehen

Ab und an kommt mir der Gedanke, dass dieser Blog sinnlos für mich und für die Menschheit ist.
Das ich immer wieder gegen Vorurteile kämpfen werde. Wie auch im wirklichen Leben, habe ich manchmal hier in dieser virtuellen Welt, dieses stumpfe Gefühl, dass ich nicht genug beachtet werde.
Manchmal denke ich, dass mein Abschied nehmen von dieser Welt eh von kaum einer Sau wahrgenommen werden würde.
Dann denke ich an meiner Mutter, an meinen besten Freund und nehme wieder Distanz zu meinen jämmerlich schwachen Nutzlos- Gedanken.
So wie ich fühlen viele Depressive.
Sie wollen gesehen werden und werden oft genug übersehen oder nicht so gesehen wie sie es bräuchten.

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Ghetto-Sprache

Gerade sitze ich im Internetcafe. Ein Kind sagt zu seinem Freund im Spass, halb im ernst: "Ich ficke deine Mutter." Diese Art der Ghetto Migrantensprache verbreitet sich wie die Pest.
Zu meiner Zeit war "Du Arschloch" die harmloseste Beschimpfung. Im beschimpfen und mobben wird die junge Generation immer kreativer z. B. auf schülervz.de wurden schon ganze Hassgruppen eingerichtet, um eine Schüler oder Schülerinnen anonym fertig zu machen.
So langsam rede ich wie ein alter erwachsener Sack, der auf die Jugend schimpft, dabei bin ich gerade 32.
Ich merke, dass ich immer erwachsener denke. Und irgendwie erschreckt mich diese erwachsene Denkweise, weil sie so von oben herab spricht.

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Lächeln gefährdet die Depression

An der Tür eines Sozialpädogogen las ich: "Lesen gefährdet die Dummheit." Als einer der Maßnahmeteilnehmer nach Tagen lächeln musste, dachte ich mir: "Lächeln gefährdet die Depression." Vorher hatte er immer diese starre depressive Mimik.
Mit einem Lächeln erscheint ein ganzer Regenbogen und das Leben wird bunter.

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24
Nov
2009

Neubeginn?

Ab morgen fahre ich mit meinen Zug zu einer Maßnahme, die über meine weitere berufliche Zukunft wie Umschulung entscheiden wird.
Ich werde mehrere berufliche Bereiche in dieser Rehamaßnahme durchlaufen.
Keine Ahnung, wann ich wieder am PC sein werde. Ich werde dort einige Wochen sein.
Ich hoffe, dass ich dort keine Arschlöcher und Mobber treffen werde.

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23
Nov
2009

The Show must go on

Gut zwei Wochen nach dem Tod von Robert Enke und der Trauerfeier im Stadion denke ich oft an den zynischen Satz "The Show must go on", was übersetzt so viel heisst wie "Die Show muss weitergehen."
Und die Fussballfans und alle Starkicker werden sicher nichts anderes tun, als den Fussball wie ein Gott anzuhimmeln und ihre sterbliche Asche im Stadion zu verstreuen.
Zum Glück hat Enke da ein normalen Friedhof gewählt.

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Weisheitszahn gezogen

Heute hatten wieder das typische nasskalte Regenwetter für meine Region.
Als ich auf dem Weg zum Zahnarzt war, fuhr ein fetter Brummi durch eine Regenpfütze an mir vorbei und nur mit Glück konnte ich mit einen beherzten Sprung mich vor dieser Regenfontäne retten.
Im Wartezimmer las ich den Spiegel-Text über den Tod von Robert Enke. Sehr feinfüllig wurde über das Schicksal dieses Menschen berichtet, der durch eine Mauer des Schweigens und der Maskierung den Tod fand.
Der Vater von ihm, der selbst Psychotherapeut ist sprach mit dem Spiegel über den Verlust seines Sohnes.
Auch wurde geschrieben, dass viele Depressive Denkstörungen haben und als dement eingestuft werden. Bei einem depressiven Schub ist die Denkfähigkeit sehr stark eingeschränkt und die Gedanken kommen nicht immer ganz klar raus oder verzögert.
Die Umgebung nimmt solche Leute als geistig behindert war und behandelt sie herablassend, sogar Psychiater haben mich schon so behandelt.
Nach einer halben Stunde kam ich auf den Zahnarztstuhl. Ich hatte wirklich Angst. Ich sah die Spritze, bat den Arzt um eine Verschnaufpause und gekonnt setzte er die Betäubung, so das kaum ein Schmerz entstand.
Der Zahn wurde ohne viel Rambazamba gezogen, als sei er eine reife Frucht, die darauf wartete vom Baum zu fallen.
Fast kein Schmerz, die blutige Horrorshow wie bei meinen ersten Weisheitszahn blieb aus.
Ich atmete auf, gratulierte dem Arzt und ging.
Jetzt tippe ich in einem Internetcafe diese Zeilen, um mich zu entspannen.
In einer Stunde kann ich wieder was essen, wenn die Betäubung nachgelassen hat.

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22
Nov
2009

Wunderbarer Welt-Artikel über die Diktatur der Normalität

Ich muss mal ein dickes Lob dem Onlinejournalisten aussprechen, der diesen Artikel mit dem Titel "Die Depression der Feinfühligen" schrieb.
Er schrieb von der Diktatur der Normalität, die dazu führt, dass wir Behinderte aus der Normalität aussperren.
Ich erinnere mich nur an diese vielen Behindertenwerkstätten, die es auch für psychisch Kranke gibt.
Dort werden oft stumpfsinnige Arbeiten ausgeführt, die genau die Wertschätzung der Gesellschaft ausdrücken.
Psychisch Kranke werden behandelt, als wären sie geistig nicht auf den selben Level wie die Normalen.
Sowas ärgert mich maßlos.
Wie ich schon mal früher schrieb, sollten Behinderte, egal ob sie psychisch oder physisch behindert sind nicht aus dem normalen Erwerbsleben ausgeschlossen werden.
Die Gesellschaft sollte wie auch bei den Arbeitnehmern über 50 solche Arbeitsplätze subventionieren.
(Das Schlimme ist ja heute, dass ältere Mitarbeiter auch als Behinderung oder als Behinderte von der Arbeitgeberseite (an)gesehen werden.)
Das würde der Gesellschaft auf Dauer billiger kommen, als diese Leute in Behinderteneinrichtungen abzuschieben.
Der Journalist bezeichnete Hitler als jemanden, der nicht psychisch erkrankt war, sondern als jemand der so schrecklich normal war, dass er alle Menschen ansprach.
Er meinte auch, dass ein psychisch Kranker gar nicht die Energie hätte, um so weit nach oben zu steigen.
Menschen mit Psychosen oder eine andere psychische Erkrankung sind oft viel sensibler und einfühlsamer, als Menschen die nur normal sind.
Ich denke, dass ist einer der Vorteile solcher Menschen, aber sie werden von den Normalen oft nicht als solche (an)erkannt.
Eine Frau sieht in mir nicht den potentiellen Freund der einfühlsam und lieb ist, sondern den psychisch Kranken.
Die Diktatur der Normalität führt bei mir zum Singledasein und zu mehr Einsamkeit.

Welt-Artikel:
http://debatte.welt.de/kommentare/171865/die+depressionen+der+feinfühligen?#comment

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20
Nov
2009

Hans im Glück

Gestern hatte ich wieder die Tendenz zur Depression gespürt. Abends joggte ich, um meinen Serotoninspiegel anzuheben. Zum Glück hatte das Joggen einen guten Effekt auf mich ausgeübt. Leider war ich wieder viel alleine, bis auf meinen Betreuer kam keiner vorbei.
Wir räumten wieder meine Bude auf, um sie klar Schiff zu machen, wenn ich ab der nächsten Woche in der Maßnahme bin, die über meine berufliche Zukunft entscheidet.
Er meinte, dass ich mir ein paar neue Pflanzen anschaffen sollte, um es mir schön zu machen.
Dann zeigte er mir das Foto seiner Tochter, die glücklich verloren schaute.
Wenn sie wüsste wie schwierig das Leben noch wird, würde ihr das Grinsen vergeben.
Aber zum Glück sind Babys und Kinder da noch naiver.
Manchmal fällt mir die Decke auf den Kopf und dann rufe ich im Chathaus Berlin an, um meine Zeit zu vertreiben. Dort kann man zum normalen Telefontarif mit anderen Leuten telefonieren.
Komischerweise führt man die meisten guten Gespräche mit Männern, obwohl man eigentlich eine Dame kennenlernen wollte.
Gestern lernte einen jungen Mann aus meiner Stadt kennen, den man wohl als Hans im Glück bezeichnen könnte.
Er erzählte mir wie er am Automaten immer mehr Geld gewinnt, als er verliert. Und das er im Lotto mal fünf richtige plus Zusatzzahl hatte.
Er klang wie einer dieser californischen Sunnyboys, die immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen, aber er klang nicht abgehoben, sondern selbstbewusst locker.
Irgendwann erzählte er mir, dass er nicht wüsste, ob die Frauen ihn wegen seines Geldes toll finden oder wegen ihm.
Die Schattenseiten des mehr Geld habens offenbarten sich.
Über mein Hartz4 Leben redete er nicht herablassend, sondern meinte, dass es ihm leid tun würde, wenn ich von so wenig Geld leben müsste.
Und er meinte, dass er mir zeigen könnte wie man Geld am Automaten gewinnt.
Ich dachte, die ganze Zeit, dass nicht jeder "Hans im Glück" sein kann.
Er meinte immer, dass er nie gehänselt wurde, sondern alle immer seine Freunde sein wollten.
Irgendwann wurde das Gespräch auf dieser Telefonline plötzlich unterbrochen und ich war wieder einsam und schlief anschliessend ein.
Heute war ich beim Zahnarzt und am Montag werden mir die Weisheitszähne gezogen.
Dummerweise habe ich aus Schiss mir die Zähne nicht heute ziehen lassen.

Und heute abend werde ich zu Dannys Geburtstagsfete gehen, da sie 30 wird.
Ich hatte ihr schon angedroht, dass ich ihr eine Antifaltencreme schenken werden, da lachte sie. Ein Freund meinte, dass ich ihr Anticellulitencreme schenken sollte, was noch gemeiner ist.
Warscheinlich werde ich von all dem nix schenken, weil meine Finanzreserven im Keller sind.
Soviel Geld wie "Hans im Glück" hätte ich auch manchmal gerne. Die Möglichkeiten anderen eine Freude zu bereiten, sind bei knappen Geldpegeln sehr begrenzt.
Hans im Glück schenkt seiner Freundin schon mal was für 1000 Euro, aber er weiss auch nie, ob sie sein Geld liebt.
Irgendwie meinte er, dass er langsam ihrer überdrüssig sei, obwohl sie gut im Bett sei.
Also mich liebt ja im Moment keine Frau, na was solls, vielleicht wäre manchmal die Illusion geliebt zu werden wie bei Hans im Glück, auch ne feine Sache.
Oder?

Kontakt: depris (at) web.de

19
Nov
2009

Lala ist net schlecht

Als ich vor Tagen mich lala fühlte, dachte ich, dass das gar nicht so schlecht ist, weil im Vergleich zu meinen Depressionen ist ein Lala-Gefühl richtig super.
Nach diesem Gedanken kehrten die guten Gefühle wieder zurück. So trainiere ich mich in positiven Gedanken.

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Zahnarzt

Heute habe ich mich zum Zahnarzt getraut. Als Belohnung wartete schon die hübsche blonde Arzthelferin auf mich. Eine dunkelhaarige Zahnarzthelferin mit leichten Damenbart entfernte mir den Zahnbelag. Der Zahnarzt guckte in mein Mund und überschrieb mir eine Überweisung für den Zahnarztchirurgen, da ein Weisheitszahn entfernt werden muss.
Ich habe Angst und ich weiss auch warum.

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17
Nov
2009

Schlechtes Gewissen

Leider habe ich mir heute die leckere Jamaika Rum Trüffel von Ritter Sport gegönnt und dazu noch ein Calippo-Eis.
Meine Gesundheitsbilanz habe ich mit Buttermilch ausgeglichen.
Ich darf die nächsten Tage die Waage nicht anschauen.

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Neue Emailadresse

Die Spamindustrie hat mich gezwungen eine neue Emailadresse bekanntzugeben. In 24 Stunden wurde meine Adresse mit Hunderten Spams versorgt und so gehört die alte Emailadresse deprifrei@web.de der Vergangenheit an.
So habe ich bei dieser Gelegenheit die Schlagzeilen rechts meines Blogs ein wenig verändert, um noch deutlicher zu machen, um was es geht.

Die neue lautet: depris (at) web.de

16
Nov
2009

Hoffnungsschimmer

Im Moment fühle ich mich so lala wie es auch jeder nicht depressiver Mensch kennt.
Diese Lala-Gefühle kann ich sogar als etwas positives bewerten, da sie mir zeigen, dass ich nicht weiter runterrutsche, als es auch die Normalos tun.
Am Wochenende hatte ich so ein heftigen Streit über Nichtigkeiten mit meinen besten Freund, ich werde wohl das ganze in mein Offline-Tagebuch schreiben.
Ist mir zu privat.
Mit meiner Mutter und ihrer Freundin haben wir heute über Mobbing auf der Arbeit gesprochen und dass immer mehr Menschen von diesem sozialen Gift betroffen sind.
Bei der Freundin hat sich eine Mitarbeiterin krankgeschrieben, weil sie mit Aufgaben gegängelt wurden ist, die eine Anfängerin in dem Job überfordern würde.
Was ich toll finde, dass sie sich für diese eingesetzt hat und ihr sogar eine Genesungskarte geschickt hat.
Der Druck auf die Arbeitswelt hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen, genauso verbreitet sich als Symptom des Leistungsdrucks das Mobbing.

Zu meiner Überraschung rief mich heute Linda an, die durch meine http://singlemann.de.tl Homepage auf mich aufmerksam wurde. Sie wird zur Zeit auch gemobbt, sie ist im Anerkennungsjahr zur Erzieherin und sagte mir, dass sie die Sache durchziehen will. Sie geht mit den Kindern freundschaftlicher um und wird von den Kindern angenommen, die Erzieherinnen der alten Garde bestrafen und schreien herum.
Früher wurden manche Frauen Erzieherin, weil ihnen nichts besseres einfiel. Das erinnert mich an meinen begeisterungslosen Mathematiklehrer in der weiterführenden Schule, der nur noch Sprüche drauf hatte wie "Der Taschenrechner ist die Prothese des Gehirns."
Ich denke immer, wenn solche Pädagogen auf die Kinder losgelassen werden, dann kann die Welt nur noch unter gehen.
Wenn Mitarbeiter ohne Engagment im Büro arbeiten, macht das weniger gesellschaftlichen Schaden, als in den sozialen Berufen. Meine Mutter arbeitet in der Pflege und wenn sie an die heutigen Altenpfleger denkt, tun sie ihr Leid. Das Weihnachtsgeld und das 13. Gehalt werden gestrichen. Die Altenpflege lockt immer mehr ungebildete Pflegekräfte an, die sich durch die komplitzierten Aufgaben überfordert fühlen und im Extremfall zu Schwester Rabiatas mutieren. Als ich ihr von meinen Mobbingproblemen erzählte, hörte sie sehr gut zu und meinte, dass Mobbing nie gerechtfertigt sei. Mein Lehrer-Onkel bezeichnete Mobbing, als eine Zersetzung des Menschen. Bei diesem Mobbing fühlte ich mich in meiner Würde zersetzt. Sie meinte, dass vielen Mobbern das Mobbing nicht bewusst sei.
Früher mit 16 sei sie schüchtern gewesen und liess sich alles gefallen. Heute spricht sie Vorgesetzte an und macht sie auf die Probleme aufmerksam und selbst wenn das mobben nicht aufhört, hätte sie durch ihren Kampf dagegen ein besseres Selbstwertgefühl.
Trotz all ihrer Probleme hat sie eine sehr feste, klare und sympathische Stimme. Wir können uns über Gott und die Welt unterhalten und haben thematisch kaum Grenzen.
Wir wollen uns im nächsten Jahr irgendwo bei Hamm treffen, da dies ungefähr die Mitte von uns beiden ist. Vom Denken her sind wir uns sehr ähnlich und ich glaube, dass das ein gutes Treffen wird.
Ob sie meine Liebe ist, wird sicher die Zeit zeigen.
Was ich auch sehr schön fand, dass sie sich entschuldigt hat, dass sie sich so spät gemeldet hätte, da sie so viel Stress hatte.
Schon verrückt, dass eine gebildete Frau im Meer des Internets, meine kleine Homepage-Insel findet und mich anschreibt.

Kontakt: depris (at) web.de

14
Nov
2009

Parallelen zwischen mir und Sigmar Gabriel

Letztens gab meine Mutter mir den Stern-Magazin. Sie fragte mich, ob ich den Artikel vom neuen SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel gelesen hatte. Ich bejahte das.
Siehst du, was man mit Fleiss alles schaffen kann.
In diesen Satz schwang auch ein Vorwurf mit, das ich gewiss nicht fleissig und sicher faul wäre.
Später sagte ich ihr zu ihren Satz, dass sie doch wisse, dass ich unter Depressionen leide und das da mit Fleiss nicht viel ist.
Eigentlich bin ich ein sehr ehrgeiziger Mensch, der immer das Abi machen wollte, um studieren zu können, was leider nie was draus wurde.
Einige Details seiner Biografie haben auch Ähnlichkeiten mit meinem Leben z. B., dass er ein Scheidungskind ist und das Lehrer ihn auf die Sonderschule loswerden wollten.
Er hatte wie ich auch ein rebellische Ader.
Allerdings im Gegensatz zu mir, hat er wohl einen besseren Weg gefunden, mit seinen Problemen umzugehen und in der SPD einen Ort gefunden, wo er sich verwirklichen konnte.
Mein Leben kam leider aus dem Tal der Tränen nie wirklich raus. Diese nicht verwirklichten Lebenschancen nagen an einem natürlich.

Ps. Gestern hatte er auf den SPD-Parteitag eine sehr flotte und selbstkritische Rede gehalten, die auf einen parteilichen Neubeginn deutet, der zu mehr sozialen Gerechtigkeit führen kann.

Kontakt: depris (at) web.de

Meine Mutter

Seit zwei Tagen ist meine Mutter aus Polen zurück. Sie besuchte ihre Mutter, da diese gesundheitliche Probleme hatte. Zeitweise hatte sie einen zu niedrigen Blutdruck.
Besonders erholt wirkte meine Mutter nicht. Es kam wieder diese meckrige Art bei ihr raus.
Direkt am ersten Abend sollte ich staubsaugen, obwohl ich mich durch diesen Selbstmord vom Torwart psychisch mitgenommen fühlte.
Ich staubsaugte, auch um diese Diskussionen nicht zu führen.
Ich habe immer dieses Gefühl, dass sie einen vieles aufdrückt, um einen dominieren zu wollen.
Sie hatte für mich etwas gekocht, was ich natürlich sehr nett finde.
Sie brachte mir polnische Würste und polnischen Senf mit, die ich sehr gerne esse, da sie eine gute kräftige Würzung haben.
Manchmal kann meine Mutter auch ein Engel sein, aber sie hat auch diese teufliche harte Seite.

NRW-Kontakt: depris (at) web.de

Panikmache bei der Schweinegrippe

So langsam bin ich erkältet. Auch ich mache mir immer mehr Gedanken über die Schweinegrippe und ob ich mich impfen lassen sollte.
In meiner Stadt soll ein Mann einen allergischen Schock durch die Impfung erlitten haben und ist tot umgefallen. Einfach so.
Solche Boulevardmeldungen vergrössern nicht gerade mein Vertrauen in diese Impfung.
Ich werde mich nicht impfen lassen, da dieser Impfstoff in aller Panik und Schnelligkeit hergestellt wurde, ohne die nötigen Tests zu machen, die für ein so ein Mittel normalerweise gemacht werden.
Meine Vermutung ist, dass die Pharmaindustrie schnell Profit machen will und mit Angst lässt sich eine Bevölkerung am besten steuern, um sie zum impfen zu animieren.
Diese Rechnung geht langsam auf, wenn von den ersten Sterbefällen bei der Schweinegrippe berichtet wird.
Die normale Grippe rafft tausende Menschen im Jahr dahin, aber da bricht keine Panik aus, die die Menschen zum impfen bewegt.
Komisch oder? Gefährlich kann der Schweinegrippevirus nur werden, wenn er sich mit der viel aggressiveren Vogelgrippe vereinen würde. Aber dafür bestehen zur Zeit keine Anzeichen.
Obwohl ich leicht verschnupft bin, habe ich keine Angst vor der Schweinegrippe und sehe diese Grippewelle sehr viel lockerer, als meine Depressionen. Und ich kenne auch keinen persönlich, der Schweinegrippe hatte.
Oder kennen sie lieber Leser und Leserinnen jemanden?

NRW-Kontakt: depris (at) web.de

13
Nov
2009

1000 Bürger wurden zum Thema Depression befragt

In einer aktuellen Emnid-Umfrage im Auftrag des Nachrichtensenders N-tv sagen 89 Prozent der Deutschen, dass das Thema Depression vom Umfeld der Kranken nicht ernst genommen wird.
Diese Aussage würde sich auch mit meiner eigenen persönlichen Erfahrung übereinstimmen.
Das Einzige was ich mich frage, ob die Befragten selbst diese Erkrankung ernst nehmen würden, wenn sie in ihrem Umfeld so jemanden wie mich kennenlernen würden.

Kontakt: depris (at) web.de

Meine Emailadresse spinnte

Leider konnte meine Emailadresse deprifrei (at) web.de über einige Tage keine Emails empfangen, weil das Postfach voll war. Jetzt habe ich viele alte Spams gelöscht und jetzt kann man mir wieder schreiben.
Ich freue mich auf neue Mails und eventuell auf neue Bekanntschaften, gerne aus NRW.

Ps. Ich will mich noch bei Kayla für ihr wunderbares Gedicht zur Liebe bedanken und ich werde dir noch antworten.

Was bleibt vom Tabuthema Depression übrig, wenn Robert Enke beerdigt wurde?

Ich glaube, dass der Fall Robert Enke eine depressive Verstimmung in mir ausgelöst hat. Oder vielleicht war die Beschäftigung mit dieser tragischen Person auch der letzte Auslöser, um sich seelisch scheisse zu fühlen.
Ich bin zu sensibel, ich fühle zu stark mit und das kann mich nach unten reissen.
Es wäre besser, wenn ich mehr Distanz zu so tragischen Dingen halten würde und mich nicht davon so fertig machen lassen würde.
Dieser tolle Torhüter war ja kein Bekannter, kein Freund oder ein Verwandter.
Aber die Medien machen aus einer fast unbekannten Persönlichkeit einen Bekannten, einen Freund oder Verwandten.
Das Leben eines Prominenten wird wie unter einer Lupe vergrössert und vergrössert, bis alle anderen Dinge überlagert werden.
Ich denke nur an den Superstar Michael Jackson, der in diesem Jahr unter mysteriösen Umständen verstarb.
Wieviele Wochen das Thema die Medien beschäftigt hat, bis jedes Detail aus seinem Leben ausgeschlachtet und analysiert wurde.
Diese vielleicht fragwürdige Entwicklung hat seit dem Tod der Königin der Herzen (Prinzessin Diana) 1997 eingesetzt.
Menschen werden nach ihrem Tode zu Helden erklärt, die man an Stelle von Heiligen verehrt.
Die Trauer wird zum Superhype aufgeblasen.
Von all diesen Bildern zu diesem Welt-Fussballer habe ich nur noch Kopfschmerzen, ich fühle mich medial überreitzt.
Die Medien filtern heute immer weniger, sondern sie hauen auf die Kacke, um besonders viel Auflage zu verkaufen oder Zuschauer an der Glotze oder im Internet zu gewinnen.
Ich frage mich ehrlich gesagt, was nach der Beerdigung von Robert Enkes Vermächnis übrigbleibt.
Ob die Menschen die Auswirkungen der Leistungsgesellschaft dauerhaft einzudämmen versuchen oder ob das Thema Depression nach all den Schlagzeilen wieder unter dem Teppich gekehrt wird.
Ob ich als Depressiver auch in Zukunft gegen eine Mauer aus Unverständnis und Schuldzuweisung für mein depressives Schicksal leben muss oder ob die Menschen mir mehr Hilfe und Respekt geben und zeigen werden.
Dieser Medienhype hat nur dann eine Berechtigung, wenn gesellschaftlich ein Umdenken zum Thema der psychischen Erkrankungen wie Zwangserkrankungen, Borderline, Depressionen... einsetzt.
Alles andere wäre nur eine Ausnutzung von Robert Enkes Schicksal, um Profit machen zu können.
Nichts verkauft sich so gut wie eine schlechte Nachricht.


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